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Ilona Orthwein: „Im Crowdfunding-Boom führt mir zu viel die Euphorie und zu wenig der Sachverstand das Wort“

11.09.2014

Ilona Orthwein: „Was hat mich zu dem Schreiben des Buches bewogen? Nun in 1-2 Sätzen lässt sich das nicht sagen ... Also erzähle ich Ihnen mal die ganze Story.

Als Betriebswirtin, ehemalige Bankerin (über 12 Jahre im internationalen Kreditgeschäft) und Unternehmensberaterin (seit 2003) mit Schwerpunkt Finanzen beschäftige ich mich schon seit ca. 25 Jahren mit Finanzierungsfragen. Und weil klassische Finanzierungen für manche meiner Klienten schwierig sind, bin ich immer auf der Suche nach Alternativen. Als ich dann von "Crowdfunding" hörte, war ich sehr neugierig. Ich lernte in der "Weiberwirtschaft" im Sommer 2012 die Jungunternehmerin Uli Marschner kennen, die sich über Crowdfunding ihr kleines "Häppie"- Restaurant finanziert hat (https://www.inkubato.com/de/projekte/haeppie). Das war für mich der Anfang, tiefer in das Thema einzusteigen. Und wie das manchmal so ist, kaum geht man durch eine Tür, tun sich weitere auf ...

Berlin ist ein 'Hotspot' der Crowdfunding-Bewegung, und so lernte ich immer weitere Funding-Projekte und Plattformen kennen. Gleichzeitig wurde mir klar, dass hinsichtlich der unterschiedlichen Crowd-Begriffe (Crowdsourcing, Crowdlending, Crowdinvesting ...) viele Unklarheiten bestehen und häufig fehlerhaftes Halbwissen kommuniziert wurde. Als besonders problematisch stießen mir immer wieder die Begriffe "Schwarmintelligenz" verbunden mit "Schwarmfinanzierung" auf. Außerdem habe ich feststellen müssen, dass die (steuer-) rechtlichen Konsequenzen und auch viele andere komplexe finanzwirtschaftliche Zusammenhänge in Verbindung mit Crowdfunding kaum thematisiert werden, obschon dies für Kapitalsuchende ebenso wie für Geldgeber von entscheidender Bedeutung sein kann. Auch allgemein führt mir im Crowdfunding-Boom zu viel die Euphorie und zu wenig der Sachverstand das Wort ... So fing ich an, erste kleine 'aufklärerische' Fachartikel zum Thema zu schreiben, kam darüber in Kontakt zu Kollegen, die gleichfalls das Thema 'beackern', wodurch ein interessanter Austausch entstand.

Im Frühjahr 2013 wurde ich gebeten, bei 'Connecting Women', einem Treffen, das die Steglitz-Zehlendorfer Frauenbeauftragte Hildegard Josten regelmäßig organisiert, über Crowdfunding zu referieren. Das Referat stieß bei den Frauen auf großes Interesse. Sie wollten noch viel mehr wissen als mir in einem Vortrag zu vermitteln möglich war. Ich plante darum ein White Paper zu verfassen. Allerdings merkte ich schnell, dass es etwas umfangreicher würde. So entstand die Idee zu dem Buch. Im Mai dieses Jahres war das Manuskript schließlich fertig. Über die Women&Work in Bonn fand ich schließlich 'meinen' Verlag. Und nun ist es da ...“.

Weitere Informationen:
www.orthwein-beratung.de
www.Unternehmerinnen.org
www.unternehmerinnen-blog.net
twitter.com/u_org
www.facebook.com/Unternehmerinnen.org

Titelbild: Ilona Orthwein, Autorin von „Crowdfunding“. Foto: Privat und Brigitte Karch