In ihrer Erzählung „Lotti, die Uhrmacherin“ greift sie auf ihre eigene Uhrmacher-Ausbildung zurück. Sie schildert Lotti als selbständige, selber denkende und selbstbewusste Frau. Sie ist sozial und beruflich gefestigt und ist durchaus in Liebesverwicklungen verstrickt.
In der zweiten Erzählung „Unsühnbar“ kommt die Heldin, Gräfin Marie Dornach, dagegen mit den ungleichen Lebensoptionen, die die Gesellschaft im 19. Jahrhundert für Frauen und Männer parat hatte, nicht klar. Ihr Vater und ihr späterer Verführer geben sich hemmungslos ihren Lüsten hin, während für die junge Frau eine einzige „Verfehlung“ den Zusammenbruch ihrer ganzen Welt bedeutet. (Anm. d. Verf.: So wie es eben heute noch in nicht wenigen Teilen der Welt der Fall ist.).
Doris Losch
Marie von Ebner-Eschenbach „Lotti, die Uhrmacherin“ und „Unsühnbar“, Ganzleinen mit Prägung, 304 Seiten mit Lesebändchen, Euro 24.90, ISBN 978 3 7017 1629 6, herausgegeben von Evelyne Polt-Heinzl, Daniela Strigl und Ulrike Tanzer, erschienen im Residenz-Verlag, St. Pölten, Salzburg, Wien.
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