
Die Autorin arbeitet seit Jahrzehnten in der niedersächsischen Ministerialverwaltung in Hannover und kennt die Szene in- und auswendig. Sie war u.a. als Mittelstandsbeauftragte und in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit tätig. Selbstverständlich sind Handlung und Figuren des Romans erfunden. Und doch spiegelt sich unsere bundesdeutsche Wirklichkeit darin wider.
Vier Wochen vor der Landtagswahl wird der Spitzenkandidat Uwe Stein hinterrücks mittels Golfschläger ermordet. Steckt die Gegenpartei dahinter? Nein, es ist viel schlimmer bzw. am Ende doch nur Eifersucht. Was dazwischen ans Licht kommt, verursacht beim Durchschnittsleser große Augen, weil zweifellos nicht aus der Luft, sondern aus der Wirklichkeit gegriffen.
Nüchtern und mit präziser Sprache führt Bettina Raddatz das Treiben von Politik und Wirtschaft vor Augen und wer und was sich sonst noch so alles tummelt in unserem Lande – wie in ganz Europa bzw. der Welt – beispielsweise russische „Geschäftsleute“ der Cosa Nostra, der aufstrebenden Albaner-Mafia und und und. Da staunt der Bürger und der Wähler wundert sich. Aber das auf sehr unterhaltsame spannende Weise – eigentlich ist es schade, wenn das Buch zu Ende ist, weiterlesen wäre erwünscht!
brikada-Bewertung: Gepflegte Unterhaltung auf hohem Niveau über Personen mit erschreckend wenig Niveau auf den Ebenen der Macht in Wirtschaft und Politik.
Doris Losch
Leserbewertung:
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Bettina Raddatz: „Der Spitzenkandidat“, 428 Seiten, kartoniert mit Schutzumschlag und Lesebändchen, 19.95 Euro, ISBN 978 3 99200 045 6, erschienen im Braumüller Literaturverlag, Wien.