
Als ein vielleicht ungewollt aktueller Beitrag mag sich die "Jedermann"-Inszenierung der Schauspielerin Ellen Schwiers verstehen. Eine philosophische Antwort auf die allenthalben spürbaren Folgen irregeleiteter Finanzentscheidungen ist dieser "Jedermann" auf jeden Fall!
Zur Handlung: Als Gott sieht, dass man ihn auf der Erde nicht mehr schätzt, beschließt er, die Menschen durch den Tod wieder an seine Macht zu erinnern. Seine Wahl fällt auf den genussüchtigen und kaltherzigen Jedermann, der vom christlichen Glauben abgefallen ist und das Geld zu seinem neuen Gott erkoren hat.
Auf einem rauschenden Fest begegnet Jedermann schließlich dem Tod, von dem er eine einstündige Frist erbittet, um einen Gefährten zu finden, der mit ihm vor das Gericht Gottes tritt. Doch keiner seiner Freunde, weder der Geselle, noch seine Vettern, noch die Buhlschaft erklären sich hierzu bereit. Und auch Mammon zieht es vor, in seiner Schatztruhe zu verweilen. Einzig eine alte gebrechliche Frau, die "guten Werke", will ihm folgen, doch sie ist zu schwach und schickt daher ihre Schwester, den "Glauben", mit ihm. Diese appelliert an Jedermann, in die unendliche Liebe Gottes zu vertrauen und diesen um Gnade zu bitten. Und tatsächlich muss der Teufel schließlich unverrichteter Dinge fortgehen, nachdem Jedermann seine Fehler eingestanden hat.
Ellen Schwiers, die bereits die Buhlschaft bei den Salzburger Festspielen spielte, stellt ihre Inszenierung vor den Hintergrund der Frage, warum der Jedermann gerade in Zeiten des Hochkapitalismus eine bemerkenswerte Renaissance erfährt und große Erfolge nicht nur bei den Salzburger Festspielen feiert.
Weitere Informationen:
www.badkissingen.de
Bildtext: Ellen Schwiers
(Der Link wurde am 15.01.2009 getestet.)