
Angeregt durch eine repräsentative Umfrage des Autorenkreises hatte sich eine lebhafte Debatte entwickelt. Der Titel der Leserumfrage, die 2007 in der Stadt Lauf gemacht und Anfang 2008 ausgewertet wurde, lautete: "Was erwarten Leser vom historischen Roman?"
Tatsächlich gab es überraschende Ergebnisse zu verzeichnen: So spielt bei der Kaufentscheidung das Geschlecht der Hauptperson des Romans praktisch keine Rolle, auch das Interesse für die Epochen ist breit gefächert, eine Vorliebe für das Mittelalter gibt es nicht. Das Ergebnis der Umfrage ist ein Erfolg für die Vielfalt eines Genres, das seit seiner Entstehung als eines der heterogensten überhaupt gilt.
2008 war ein Jahr großer Erfolge. Gemeinsam mit Sabine Ebert freute sich der Autorenkreis im Sommer über die erste Million verkaufter "Hebammen"-Romane. Und Rebecca Gablé schaffte es nach ihren spektakulären Romanerfolgen nun mit "Von Ratlosen und Löwenherzen" auch auf die Sachbuch-Bestsellerliste. Aber auch schwierige Zeiten galt es zu überstehen: Kurz nachdem der dritte Quo Vadis-Gemeinschaftsroman "Das dritte Schwert" erschienen war (Aufbau 2008), schlug die Nachricht von der Insolvenz der Aufbau-Verlagsgruppe hohe Wellen. Rasch kamen die betroffenen Autorinnen und Autoren darin überein, sich zusammenzuschließen – auch mit Kollegen aus anderen Vereinigungen wie "Syndikat" oder "Montségur". In einem offenen Brief an die Geschäftsleitung sowie die Presseabteilung der Aufbau-Verlagsgruppe bekundeten sie ihre Unterstützung. Und konnten schließlich auf die Rettung "ihres" Verlags anstoßen!
Im internen Forum definierte sich Quo Vadis nach der spannenden Debatte des Jahres im Spätherbst noch einmal neu und schärfte aus, was es seiner Grundidee nach sein will: als eine Solidargemeinschaft von Autorinnen und Autoren, die bei allen wünschenswerten Unterschieden doch einem gemeinsamen Ziel folgen: Geschichte lebendig zu machen – von Frauen und Männern, von Fürsten und Gelehrten, von Hebammen und Huren, von Rom bis zum Orient, von Deutschland bis in den fernen Osten, von der Antike bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts.
Dr. Agnes Imhof
Weitere Informationen:
www.historische-romane.org
(Der Link wurde am 14.01.2009 getestet.)